Follònica

  • 5 m üNN, 21.700 Einwohner

Die Industrie- und Küstenstadt Follònica, 20 km südlich von Massa Marittima, wirkt auf den ersten Blick nicht so, als ob kulturell besonders viel zu holen wäre. Der Verkehr ist hektisch, die Häuser gesichtslos modern und der Lungomare nicht auf Tourismus, sondern auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten. Dass die Stadt berühmt war für ihre Eisenindustrie, insbesondere für die Gusseisenproduktion, mag nicht notwendigerweise Besucher anlocken. Wer aber kommt, wird staunen. 1830, die Habsburger hatten die Minen im Hinterland wieder in Betrieb genommen, musste ein Platz für die Verhütung und die Veredelung der Erze gefunden werden. Am Golfo di Follònica wurde man fündig und errichtete die Città Fabbrica. Den Eingang zu den Fabrikanlagen der Gießereien mitten in der Stadt schmückt das schönste Tor der Toskana – in Gusseisen. Dieses Ergebnis besten Kunsthandwerks steht an der Via Bicocchi in der Höhe der Via Amorotti. Das Fabrikgelände wird mit EU-Geldern nach und nach saniert und zu einem Kulturzentrum ausgebaut.

Bereits zugänglich ist das moderne und didaktisch vorzüglich strukturierte Museum für Gusskunst. Es vermittelt multimedial die Kunstfertigkeit der Arbeiter, widmet sich der Geschichte der Metallverarbeitung und führt in die komplizierte Produktion in den Gießereien ein.

Am Ausgang zur Via Roma im Nordwesten des Areals steht an der Piazza Don Ugo Salti die Kirche San Leopoldo, auch sie ist ein Ergebnis der Arbeiten er Gusswerke. 1836 begonnen, wurde sie 1838 in Anwesenheit des Großherzogs Leopold geweiht. Sie besaß als einzige italienische Kirche bedeutende Architekturelemente aus Gusseisen – neben der augenfälligen Tragkonstruktion und Bedachung der Vorhalle auch die Rosette im Tonnengewölbe, die Apsis und die Turmspitze. Ihr Architekt Carlo Reisehammer (1806-1883) entwarf auch die gusseisernen Straßenlaternen.

Am Lungomare stakt das einzige Hotel der Toskana, das sich eines Platzes  über dem Wasser rühmen kann. Auf Stelzen ins Meer gebaut, hat man von den Zimmern und dem Restaurant des Piccolo Mondo Blick auf die Insel Elba.

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